AMG: Lithiumhydroxidproduktion in Bitterfeld

AMG Advanced Metallurgical Group N.V. wird im vierten Quartal 2023 die Produktion von Lithiumhydroxid in Bitterfeld aufnehmen. Dies teilte das Unternehmen anlässlich einer Vorstellung der Pläne für die Raffinerie durch Dr. Heinz Schimmelbusch, CEO und Vorsitzender der Geschäftsführung, mit. Bereits ab 2024 werde die Tochtergesellschaft AMG Lithium GmbH in Bitterfeld-Wolfen jährlich 20.000 Tonnen Lithiumhydroxid produzieren – laut Unternehmensaussage genug für die Batterien von rund 500.000 Elektrofahrzeugen. Das erste Modul von AMG sei ausverkauft, bis 2030 will AMG laut Pressemeldung die Jahresproduktion auf 100.000 Tonnen Lithiumhydroxid ausbauen.

Bis 2026 wolle AMG die gesamte Lithium-Wertschöpfungskette abdecken: Von der Spodumen-Gewinnung in der eigenen Mine in Brasilien über die Produktion von Lithiumcarbonat in technischer Qualität in Brasilien bis hin zur Herstellung von Lithiumhydroxid in Batteriequalität in Deutschland.

Zu diesem Zweck baue AMG die Raffinerie am Standort Bitterfeld bis 2030 auf insgesamt fünf Module aus, die jährlich 100.000 Tonnen Lithiumhydroxid produzieren sollen. Das derzeit prognostizierte Gesamtinvestitionsvolumen von der Gewinnung über die Aufbereitung bis zur Veredelung des Lithiums beträgt laut Presseinformation eine Milliarde Euro.

Lithiumhydroxid ist ein wichtiger Rohstoff für die Herstellung von Kathodenmaterialien für Batterien in Elektroautos und damit für den Weg zur klimaneutralen Mobilität. Mit der Raffinerie in Bitterfeld wolle AMG vor allem Kunden beliefern, die in Europa produzieren. Ein Vertrag über die Lieferung von mindestens 5.000 Tonnen Lithiumhydroxid pro Jahr an das südkoreanische Unternehmen EcoPro, das plant, es im ungarischen Debrecen zu Kathodenmaterial verarbeiten , sei bereits unterzeichnet worden.

Im März 2023 gab die AMG N.V. ihre 25-prozentige Beteiligung an Zinnwald Lithium Plc bekannt. Die Zulassung der neu ausgegebenen Stammaktien erfolgte am 29. März 2023. Die Lithium-Entwicklungsgesellschaft, die laut Presseinformation über eine genehmigte Bergbaulizenz verfügt, plane, in Zukunft in der Nähe von Dresden jährlich rund 12.000 Tonnen Lithiumhydroxid zu fördern, um den Batteriebedarf von Elektrofahrzeugen in Europa zu decken.

„Die Ansiedlung einer Rohstoffbasis in der Nähe unseres Standortes Bitterfeld hat für AMG logistische und strategische Vorteile”, so Dr. Heinz Schimmelbusch. „Der Standort im Herzen der europäischen Chemie- und Automobilindustrie ist auf dem besten Weg, der Lithiumhydroxid-Hotspot für Batterien in Europa zu werden.”

Vorheriger ArtikelHyCruisE: Förderung durch BMDV
Nächster ArtikelMYKITA und Alleima recyceln Stahl aus Brillenproduktion
Catrin ist Redakteurin bei Edelstahl Aktuell. Stahl zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Berufsleben. Sie hat eine Ausbildung bei einem Großhändler für Rohr- und Rohrzubehör absolviert und in verschiedenen Funktionen bei einem Hersteller und Lieferanten von Analysegeräten für die Metallindustrie gearbeitet.