Billerud modernisiert Zellstoff- und Papierfabrik

Die Europäische Investitionsbank (EIB) hat mit dem schwedischen Unternehmen Billerud einen Darlehensvertrag über 1,3 Mrd SEK (rund 110 Millionen Euro) unterzeichnet. Wie der Anbieter von Papier und Verpackungsmaterialien aktuell mitteilte, werden mit dem Darlehen Investitionen in die Modernisierung und den Ausbau einer Bioproduktfabrik, einschließlich des Ersatzes eines Rückgewinnungskessels, unterstützt. Die Modernisierungsmaßnahmen seien in der Nachhaltigkeitsstrategie von Billerud fest verankert und sollen eine hohe Umweltverträglichkeit des Werks sowie eine verbesserte Energie- und Ressourceneffizienz gewährleisten.

Die in der Frövi-Fabrik hergestellten Materialien werden laut Unternehmensangaben in verschiedenen Verpackungsanwendungen eingesetzt, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf Lebensmittel- und Getränkeverpackungen liege – ein Bereich, der strenge Anforderungen an Haltbarkeit und Hygienestandards stellt. Faserbasierte Verpackungen haben laut Pressinformation den Vorteil, dass sie frei von fossilen Rohstoffen, recycelbar und biologisch abbaubar sind – Eigenschaften, die sie von fossilen Verpackungsarten unterscheiden. Die von Billerud hergestellten Materialien könnten mehrfach recycelt und zu Recyclingkarton verarbeitet werden, bevor sie schließlich für die Energieerzeugung genutzt würden.

Aufgrund des zunehmenden Urbanisierungstrends steige die Nachfrage nach haltbaren Lebensmittel- und Getränkeverpackungen. Eine ordnungsgemäße Verpackung erfülle viele wichtige Gesundheits- und Sicherheitsfunktionen wie Schutz, Gewährleistung einer langen Haltbarkeit und Vermeidung von Lebensmittelabfällen. Lebensmittelabfälle stünden zunehmend auf der Tagesordnung der Europäischen Union, da sie im Jahr 2022 für etwa 7 Prozent der Treibhausgasemissionen in der EU verantwortlich waren und damit die Emissionen aus dem Luftverkehr übertrafen. Darüber hinaus würden in der Europäischen Union über 80 Prozent der Papier- und Kartonverpackungsabfälle recycelt, eine Recyclingquote, die mehr als doppelt so hoch sei wie die von Kunststoffverpackungen.

Als Nebenprodukte stelle die Fabrik Tallöl und Terpentin her und erzeuge erneuerbare Energie, deren Überschuss an lokale Gemeinden und benachbarte Unternehmen verkauft werden soll. Neben der Frövi-Mühle werde ein Gemüseanbauprojekt errichtet, das die von der Anlage erzeugte Restwärme nutzen wird.

„Die Erneuerung und Modernisierung von Produktionsprozessen und Industrieanlagen ist der Schlüssel zur Erreichung der EU-Klimaziele und zur Sicherung der Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit der verarbeitenden Industrie in der EU“, so EIB-Vizepräsident Thomas Östros. „Dieses Projekt verbessert die Energie- und Ressourceneffizienz des Werks und trägt zur Umstellung von Verpackungsmaterial aus fossilen Rohstoffen wie Kunststoff auf Verpackungen aus erneuerbaren Ressourcen bei. Als Klimabank der EU spielt die EIB eine wichtige Rolle bei der Unterstützung von Unternehmen, die neue und wirksame Lösungen für wiederverwertbare Materialien und eine ressourceneffiziente Produktion entwickeln.”

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Catrin ist Redakteurin bei Edelstahl Aktuell. Stahl zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Berufsleben. Sie hat eine Ausbildung bei einem Großhändler für Rohr- und Rohrzubehör absolviert und in verschiedenen Funktionen bei einem Hersteller und Lieferanten von Analysegeräten für die Metallindustrie gearbeitet.