SMM Maritime Industry Report: Reeder im Aufwind

Der SMM Maritime Industry Report der Hamburg Messe und Congress zeigt ein Jahr vor der 30. SMM die aktuelle Stimmung von Reedern, Werften und Zulieferern. Für seine internationale Studie befragte das Unternehmen, Veranstalter der SMM (Fachmesse der maritimen Wirtschaft), Aussteller und Besucher nach ihrer Einschätzung der wirtschaftlichen und technologischen Entwicklung. Laut aktueller Pressemeldung zeige der SMM Maritime Report eine Branche im Aufbruch.

39 Prozent der Reederei-Manager gaben demnach an, neue Schiffe kaufen zu wollen. Auch die deutschen Reeder seien zurück am Markt. „Das ist ein sehr wichtiges Signal für die anderen Player in der Branche, also die Werften und Zulieferer“, so Hauke Schlegel, Geschäftsführer VDMA Marine Equipment and Systems. Der Maritime Industry Score, der die Geschäftserwartungen der maritimen Wirtschaft abbildet, bleibe mit einem Branchenschnitt von 55,8 Punkten knapp hinter dem Wert von 2019 zurück. Von der Schifffahrt jedoch kämen positive Impulse: der Score sei um mehr als 20 Punkte auf 52,2 Punkte gestiegen. Der Schiffbau habe sich bei 44,6 Punkten eingependelt. Nur die Zulieferer seien im Vergleich zu 2019 weniger optimistisch: ihr Score sei von 65,6 Punkten im Jahr 2019 auf derzeit 59,2 Punkte gesunken.

Aufgrund der Transportnachfrage boome der Container- und Massengutmarkt, die Tankersparte hingegen schwächele. Dies wirke sich auf die Geschäftserwartungen der Werftmanager aus. Laut Presseinformation der Hamburg Messe und Congress rechneten nur noch 29 Prozent bei Tankern mit mehr Aufträgen. Zum Vergleich: im Jahr 2019 rechneten immerhin noch 36 Prozent der Werften mit mehr Aufträgen. Im Containersegment erwarteten 51 Prozent der befragten Werftmanager Wachstum. Ein dickes Plus im Vergleich zu 2019. Vor zwei Jahren waren lediglich 18 Prozent der befragten Werftmanager so positiv. Praktisch zum Erliegen gekommen sei die Kreuzfahrt. Lichtblicke für die Werften seien der Marine-Schiffbau und der Retrofitmarkt.

Die Zuliefererbranche ist laut SMM Studie optimistisch. Mehr als zwei Drittel der Befragten sehe ein hohes Absatzpotenzial für die eigenen Produkte. Bei den Schiffsinnenausbauern wirke sich die Kreuzfahrtkrise spürbar negativ aus. Es komme zu einer Strukturverschiebung, da die Werften schrittweise andere Schiffstypen, zum Beispiel Forschungsschiffe oder Megayachten in Auftragsbücher nehmen würden.