Tenaris investiert in Stahlwerk in Dalmine

Das Stahlwerk von Tenaris in Dalmine, Italien, investiert rund 27,5 Millionen Euro, um die Kapazitäten des Werks zur Herstellung von Spezialstählen mit hohem Chromgehalt, wie Super Chrom 13, zu erweitern.

Bei den Spezialstählen handelt es sich um martensitische rostfreie Stähle mit einem Kohlenstoffgehalt von weniger als 0,03 Prozent, die in Umgebungen mit Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff korrosionsbeständiger sind und auch in Umgebungen mit erneuerbaren Energien, wie z. B. geothermischen Bohrungen, beständig sind. Eine weitere Anwendung für diesen Stahl sind schweißbare Leitungsrohre in korrosiven Umgebungen.

„Unser Stahlwerk in Dalmine wird die Kapazität haben, Spezialstähle zu produzieren, die noch nie zuvor in der Anlage hergestellt wurden, um neue Lösungen für kohlenstoffarme Energieanwendungen zu entwickeln“, so Marco Arrigoni, Senior Director des Stahlwerks.

Drei Projektphasen

Die Investition soll laut Tenaris bis Anfang 2023 abgeschlossen sein und umfasst drei Stufen des Produktionsprozesses: die Sekundärmetallurgie, d. h. die Verfeinerung der chemischen Zusammensetzung des flüssigen Stahls, die Installation eines Wärmebehandlungsofens, um den Stäben die für das anschließende Walzen erforderlichen mechanischen Eigenschaften zu verleihen, und schließlich im Endbearbeitungsbereich der Anlage die Installation einer neuen Sandstrahlanlage zur Glättung der äußeren Oberfläche der Stäbe sowie einer Prüf-, Kontroll- und Reparaturstation.

Tenova beauftragt

In einer aktuellen Pressemeldung teilte Tenova – wie Tenaris eine Unternehmensgruppe der Techint-Gruppe – mit, für die Lieferung Sekundärmetallurgie sowie des Wärmebehandlungsofen beauftragt worden zu sein. Neben dem Pfannenofen für das Schmelzwerk, der für die sekundärmetallurgische Behandlung des flüssigen Stahls verwendet werde, habe das Unternehmen einen Wärmebehandlungsofen speziell für Spezialstahl entwickelt und geliefert.

Dieser bewegliche Haubenofen sei speziell für die Beschickung sehr großer Stäbe mit einer Länge von 12 Metern ausgelegt und mit vierunddreißig wasserstofftauglichen Rekuperativbrennern ausgestattet. Diese Brenner seien in der Lage, bis zu 100 Prozent Wasserstoff als Brennstoffquelle zu verwenden. Damit ermöglichten sie im Vergleich zu herkömmlichen Brennern mit vorgewärmter Luft Energieeinsparungen und trügen damit erheblich zur Verringerung der CO2-Emissionen in Stahlwerken bei.

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Catrin ist Redakteurin bei Edelstahl Aktuell. Stahl zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Berufsleben. Sie hat eine Ausbildung bei einem Großhändler für Rohr- und Rohrzubehör absolviert und in verschiedenen Funktionen bei einem Hersteller und Lieferanten von Analysegeräten für die Metallindustrie gearbeitet.