
Der Arctura Wasserturm sieht nicht nur beeindruckend aus, wenn er nachts beleuchtet über dem Biathlonstadion von Östersund thront, sondern er erfüllt auch eine wichtige Aufgabe. Im Inneren des Bauwerks kochen 25,7 Millionen Liter Wasser, mit dem Zweck die Häuser der umliegenden Region zu heizen. Auf dem Dach des 65,5 Meter hohen Turmes befindet sich ein Skyline-Restaurant mit wunderschönem Ausblick über das Skizentrum und die schwedische Berglandschaft. Der Architekt Hans Aldefelt vom interdisziplinären Planungsbüro Sweco FFNS entschied sich dafür, das Wahrzeichen mit einer Fassade der GKD-Group auszustatten.
Pufferspeicher in Arctura
Der Warmwasserspeicher gehört Jämtkraft AB und wird für das Fernwärmesystem von Östersund genutzt und wird liebevoll „Thermoskanne“ genannt. „Das Heizkraftwerk wird durch einen Akkumulator ergänzt. Der Wasserturm Arctura wurde 2003 im Skistadion in Östersund gebaut und ist ein wichtiger Bestandteil der Energieversorgung in der Region. Arctura enthält 26 Millionen Liter heißes Wasser, eine Wärmereserve, die es uns ermöglicht, unsere wertvolle Stromproduktion optimal zu nutzen. Die Versorgung mit Fernwärme wird gesichert und der Bedarf an Öl reduziert“, so Jämtkraft.
Ein Schleier aus Edelstahl
Arctura wird umhüllt von einem mandelförmigen, energieeffizienten Edelstahlgewebe, das von der GKDGroup „Tigris“ genannt wird. Das Transparentgewebe ist 6,2 mm dick, wiegt 6,53 kg pro Quadratmeter und hat einen g-Wert (Solarfaktor) von 0,46 – was einem Energiedurchlass von unter 50 Prozent entspricht. Die Edelstahlfassade wurde mit Augenschrauben und Federn an eingeschobenen Rundstangen befestigt. Hierdurch werden Schussdrähte aus dem Metallgewebe entfernt und durch eine lastverteilende Rundstange ersetzt. Mittels Augenschrauben wird das Edelstahlgewebe gegen eine Unterkonstruktion verspannt.


Leuchtende Inszenierung
Bei Tageslicht sind der Turm und das GKD-Edelstahlgewebe grau, aber das Beleuchtungssystem ändert sich mit der Jahreszeit und es werden im Herbst bläuliche Töne und im Dezember ein leuchtendes Rot erzeugt, das einen schönen Kontrast zum weißen Schnee bildet, der an dem Stahlgewebe hängt. Die Beleuchtungsexperten von LjusDesign wurden beauftragt, die Illumination des Turms zu gestalten. Das Lichtdesign, das mit Hilfe von LED-Leuchten auf Metallgewebe projiziert wird, wurde von Arcturus, dem Sternbild der Provinz
Jämtland, inspiriert. Eines der spektakulärsten Ereignisse des Stadtturms ist ein 20-minütiges Feuerwerk, wenn an Silvester die Uhr 12 schlägt. „Es zeigt die Fähigkeit von Lichtdesign und halbtransparentem Gewebe, fantastische Fassaden zu schaffen“, so GKD Metal Fabrics in einer Meldung über den Arctura Wasserturm. „Arctura mit seinen Nordlichtern ist aus 2-3 Kilometern Entfernung zu sehen. Die Insel Frösön, die auf dem großen See vor der Stadt Östersund liegt, ist ein großartiger Ort, um den erstaunlichen Effekt zu sehen. Arctura leuchtet in den dunklen Wintertagen wie ein Leuchtfeuer“, so der schwedische Lichtdesigner Stefan Wiktorsson von Ljusdesign AB.
Ein Restaurant in 55 Metern Höhe
Das Arctura Restaurant und die Skybar befinden sich in der obersten Etage des Wasserturms. 55 Meter über dem Skistadion können Besucher die gesamte Wettkampfanlage, Östersund, große Teile des Storsjön Sees und die Landschaft Jämtlands überblicken und dabei Essen aus lokalen Zutaten probieren.
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Anett Leonhard
Chefredakteurin Edelstahl Aktuell
