Der Stahlkonzern ArcelorMittal habe den Bau eines Elektrolichtbogenofens (EAF) am Standort Dünkirchen in Frankreich bestätigt. Das Investitionsvolumen belaufe sich auf 1,3 Milliarden Euro. Das Projekt stelle einen wichtigen Schritt zur Dekarbonisierung der Stahlproduktion in Frankreich dar.
Die Inbetriebnahme des 2-Millionen-Tonnen-EAF sei für 2029 vorgesehen. Im Vergleich zu einem Hochofen solle die Anlage Stahl mit rund dreimal geringeren CO₂-Emissionen produzieren. Grundlage dafür sei ein Einsatzmix aus Schrott, HBI/DRI und Roheisen. Die Finanzierung werde zu 50 Prozent durch Energieeffizienz-Zertifikate (CEE) unterstützt.
ArcelorMittal habe die Entscheidung unter anderem mit regulatorischen Entwicklungen auf europäischer Ebene begründet. Dazu zählten Anpassungen beim Zollkontingent-System (TRQ) zur Begrenzung von Importen sowie Reformen beim Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM). Diese Maßnahmen würden nach Unternehmensangaben dazu beitragen, faire Wettbewerbsbedingungen für europäische Stahlhersteller zu schaffen.
Zudem habe ArcelorMittal France einen langfristigen Liefervertrag mit EDF über CO₂-armen Strom unterzeichnet, was als wichtiger Bestandteil der Energiestrategie bewertet werde.
CEO Aditya Mittal habe erklärt, die Investition unterstreiche das langfristige Engagement des Konzerns in Frankreich. Geert van Poelvoorde, CEO von ArcelorMittal Europe, habe betont, dass die Umsetzung regulatorischer Maßnahmen entscheidend für den Projekterfolg sei. Reiner Blaschek, CEO ArcelorMittal Europe – Flat Products, habe die Investition als wichtigen Meilenstein für die Transformation der europäischen Stahlproduktion bezeichnet.
Im nahegelegenen Werk Mardyck nehme ArcelorMittal zudem ein neues Produktionsaggregat für Elektroblech in Betrieb. Die Investition in Höhe von 500 Millionen Euro sei die größte industrielle Einzelinvestition des Konzerns in Europa in den vergangenen zehn Jahren außerhalb von Dekarbonisierungsprojekten.

