Die ENOVA Power GmbH habe ihre neue Unternehmensstrategie „HYPER 2030“ vorgestellt. Ziel sei es, das Bestandsportfolio an Onshore-Windenergieanlagen bis Ende des Jahrzehnts auf 3 GW auszubauen und die Assets under Management auf rund fünf Milliarden Euro zu erhöhen. Damit setze das Unternehmen einen klaren Wachstumskurs für die kommenden fünf Jahre.
Die neue Strategie knüpfe an das Ende 2025 abgeschlossene Programm „Project One“ an, mit dem ENOVA unter anderem einen Bestand von 1 GW aufgebaut und rund eine Milliarde Euro Assets under Management erreicht habe. Mit „HYPER 2030“ definiere das Unternehmen nun einen erweiterten Rahmen für weiteres Wachstum.
Kern der Strategie sei die Nutzung bestehender Potenziale im deutschen Windenergiemarkt. Der Schwerpunkt liege auf dem Repowering bestehender Windparks sowie auf dem Erwerb von Projekten in fortgeschrittenen Entwicklungsphasen, die ENOVA bis zur Inbetriebnahme weiterführe. Auf diesem Weg sollten bis 2030 rund 1.800 MW realisiert werden. Ergänzend plane das Unternehmen die Entwicklung neuer Projekte mit einem Umfang von etwa 300 MW.
Auch für die Tochtergesellschaft ENOVA Service seien neue strategische Ziele formuliert worden. Die Servicesparte solle in den kommenden fünf Jahren zu einem führenden unabhängigen Händler, Aufbereiter und Veredler von Ersatzteilen für Windenergieanlagen ausgebaut werden. Darüber hinaus wolle ENOVA ihre Expertise im Bereich von Enercon-Anlagen weiter stärken, insbesondere bei der Reparatur und dem Austausch von Großkomponenten sowie bei umfassenden Serviceleistungen. Ziel sei es, sich als stärkster unabhängiger Serviceanbieter für Enercon-Anlagen in Norddeutschland zu etablieren.
Der Vorstandsvorsitzende der ENOVA-Gruppe, Hauke Brümmer, habe erklärt, die Strategie sei eine Antwort auf einen Windenergiemarkt, der sich strukturell stark verändere. Wachstum solle gezielt dort stattfinden, wo Effizienz, Umsetzbarkeit und langfristige Wertschöpfung zusammenkämen.
Die Strategie sei in ein Marktumfeld eingebettet, das von steigenden Ausbauzielen und veränderten Rahmenbedingungen geprägt sei. Der zunehmende Fokus verlagere sich von der Genehmigung hin zur Umsetzung genehmigter Projekte. Gleichzeitig gewännen alternative Betriebs- und Vermarktungsmodelle an Bedeutung, da Einspeisevergütungen ausliefen oder sänken. In diesem Umfeld rückten Skaleneffekte, Umsetzbarkeit und Kapitalzugang stärker in den Mittelpunkt.
Einordnung
Der Ausbau und das Repowering von Onshore-Windparks gehören zu den material- und komponentenintensivsten Bereichen der Energiewende. Türme, Verbindungselemente, Großkomponenten und Serviceleistungen stellen hohe Anforderungen an Qualität, Lebensdauer und Verfügbarkeit. Die neue Wachstumsstrategie von ENOVA ist daher auch für die Edelstahlbranche relevant, die sich mit industrieller Fertigung, Werkstoffen und langlebigen Komponenten im Energiesektor beschäftigen.

