Elektronenstrahlschweißanlage geht in Betrieb

Vakuum statt Hitze: Die neue Elektronenstrahlschweißanlage des Instituts für Werkstoffkunde und Schweißtechnik der TU Graz verschweißt verschiedene metallische Werkstoffe nicht wie herkömmliche Schweißverfahren, sondern mittels präzisen Elektronenstrahls unter Vakuum. Durch die hohe Energie und Energiedichte ist es möglich, extrem dünne Folien, aber auch sehr dicke Bauteile aus verschiedenen metallischen Werkstoffen, wie etwa Aluminium, Kupfer, Nickel, Stahl oder Magnesium, in nur einer Lage zu verbinden. „Die Elektronen werden auf sehr hohe Geschwindigkeiten beschleunigt und beim Auftreffen auf den Werkstoff abrupt abgebremst. Die Bewegungsenergie der Elektronen wird beim Aufprall in Wärme umgewandelt, die die Materialien schließlich aneinander schweißt“, erläutert Christof Sommitsch, Leiter des Instituts für Werkstoffkunde und Schweißtechnik. Da der gesamte Schweißprozess unter Vakuum abläuft, kommt es zu einer besonderen Reinheit der Schweißnaht und zu einer Minimierung von Schweißnahtfehlern. Auch zur Oberflächenbehandlung diverser Bauteile, zum Löten, Härten, Beschriften und Bohren kann die Anlage verwendet werden. Das Gerät findet von der Fahrzeug- bis zur Medizintechnik vielfältigen Einsatz. Die feierliche Inbetriebnahme erfolgte Anfang November. 
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Catrin ist Redakteurin bei Edelstahl Aktuell. Stahl zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Berufsleben. Sie hat eine Ausbildung bei einem Großhändler für Rohr- und Rohrzubehör absolviert und in verschiedenen Funktionen bei einem Hersteller und Lieferanten von Analysegeräten für die Metallindustrie gearbeitet.