Grün, grüner, Wasserstoff und Stahl

In Essen trafen sich auf Einladung von KCI zahlreiche Aktuere und Vordenker aus den Bereichen grüner Wasserstoff und grüner Stahl. Die Premiere der Green Steel World und Hydrogen Tech World war ein voller Erfolg.

Simon Neffelt, verantwortlicher Projektmanager für Hydrogen Tech World bei KCI GmbH, zeigte sich beeindruckt vom Anklang, den beide Veranstaltungen vom Start weg bei Besuchern, Ausstellern und Referenten gefunden haben. „Wir sind überwältigt von der beeindruckenden Zahl der Besucher bei unserer Premiere von Konferenz und Ausstellung der Green Steel World und Hydrogen Tech World. Die vielen lebhaften Gespräche und Diskussionen nach den Präsentationen in den Konferenzräumen, an den Messeständen sowie in der Kaffee-Zone bestätigen uns, dass wir mit unserem Konzept richtigliegen: Ein Ticket für zwei Veranstaltungen, die Konferenzen als offene Bereiche, die für jeden zugänglich sind und nicht zuletzt der großzügig ausgelegte Kaffeebereich ermöglichten zahlreiche Interaktionen und förderten den Wissensaustausch. Genau das, was KCI sich auf die Fahnen schreibt: ‚We share knowledege!‘.“

„Der enorme Erfolg der ersten Green Steel World Expo & Conference ist ein echter Beweis dafür, dass sich die die Branche den Herausforderungen der Zukunft stellt und aktiv nach neuen und innovativen Lösungen sucht, die es uns ermöglichen, Stahl auf nachhaltigere und verantwortungsvollere Weise zu produzieren“, resümiert Nicole Nagel, zuständige Projektmanagerin für Green Steel World.

Neffelt ergänzt: „Wasserstoff ist eine aufstrebende Industrie; dahinter steht eine starke Gemeinschaft. Das haben die Themen und der Zuspruch der ersten Hydrogen Tech World Expo & Conference verdeutlicht.“

Die Daten für die nächste Ausgabe stehen schon fest: Am 14. und 15. Mai 2024 werden Green Steel World und Hydrogen Tech World in der Messe Essen stattfinden. Weitere Informationen werden zu gegebener Zeit auf den Webseiten beider Veranstaltungen veröffentlicht.

Präsentationen

Mit jeweils 24 Präsentationen zu einer breiten Palette hochrelevanter Themen boten sowohl die Green Steel World Konferenz als auch die Hydrogen Tech World Konferenz Wissensaustausch auf hohem Niveau. Die Mehrheit der Referenten hat die Erlaubnis erteilt, ihre Präsentationen online zu veröffentlichen. Die pdf-Dateien stehen auf https://greensteelworld.com/presentations-23 und https://hydrogentechworld.com/presentations-23 zum Download bereit.

Ausstellerstimmen & News

Auch die Redaktion von Edelstahl Aktuell war für Sie auf der Green Steel World und Hydrogen Tech World unterwegs. Neben interessanten Gesprächen und Neuigkeiten, haben wir uns auch eine Auswahl der Präsentationen nicht entgehen lassen.

Aperam

Aperam ist mittlerweile mehr als nur ein Edelstahlproduzent. So hat das Unternehmen den Recyclingspezialisten ELG übernommen, der Edelstähle und hochwertige Nickellegierungen der Wiederverwertung zuführt. Im Februar dieses Jahres gab Aperam die Gründung eines Joint Ventures mit Econick bekannt. Unter dem Namen Botanickel will da Unternehmen weltweit führend werden in der verantwortungsvollen und nachhaltigen Produktion von biologisch gewonnenem Nickel für die Edelstahlindustrie. Bestandteil des Messeauftritts war unter anderen das nachhaltige Kochgeschirr von Qwetch. Aperam hat zur Entwicklung des dafür erforderlichen Werkstoffs beigetragen. Das Ergebnis: ein Edelstahlgeschirr, das problemlos in der Mikrowelle verwendet werden kann.

BIBUS METALS & S+D METALS

Ebenfalls mit einem Stand vertreten waren die beiden Unternehmen der BIBUS Holding: BIBUS METALS GmbH und S+D METALS GmbH. Klaus Bökels, Geschäftsführer von BIBUS METALS GmbH sieht großes Potenzial für die Produkte der beiden Unternehmen. „Der Marktbefindet sich im Aufbruch. Das zeigt sich an den vielen Nwecomern, Start-Ups und Pilotprojekten. Der Markt ist prädestiniert für den Handel, da die Abnahmemengen (noch) zu klein für Werke sind.“ Die Hochleistungswerkstoffe von BIBUS METALS GmbH und S+D METALS GmbH würden gebraucht, ob Nickel für die Produktion von Wasserstoff oder Titan bzw. Titanlegierungen für die Verwendung von Wasserstoff.

Springer GmbH

Christoph Springer, Geschäftsführer der Springer GmbH, betonte, dass sein Unternehmen die Produktion am Standort Ohrdruf (Thüringen) für den Bereich Hydroforming ausbauen wolle. „Nachhaltigkeit ist ein großes Thema für uns. Wir haben beispielsweise eine PV-Anlage installiert und in der Produktion auf ein wasserlösliches Gleitmittel umgestellt, das ohne Chemikalien auskommt. Zudem verfolgen wir genau, wie sich unsere Lieferanten im Bereich Nachhaltigkeit entwickeln“, so Springer. Das Produktangebot des Unternehmens zeichne sich durch rostfreies Rohrzubehör mit extrem dicken Wandstärken aus.

Swiss Steel Group

Robert Baron von der Swiss Steel Group ging in seinem Vortrag bei der Green Steel World auf die Herausforderung ein, die in jedem Land unterschiedliche Konstellationen im Bereich Dekarbonisierung unter einen Hut zu bekommen. Anschaulich stellte er beispielsweise den Strommix in den verschiedenen Ländern dar: von der Schweiz mit ihren etwa 680 Wasserkraftwerken über Frankreich mit 56 Nuklearanlagen bis zu Deutschland, das auf Windkraft setzt, aber von Kohle abhängig ist. Diese unterschiedlichen Stromquellen haben letztlich Einfluss auf den gruppenweiten CO2-Fußabdruck des Konzerns.

Pünktlich zur Messe gab die Swiss Steel Group zudem die DNV-Prüfungserklärung für CO2-Emissionen im Jahr 2021 bekannt. Die Swiss Steel Holding AG hat die DNV Business Assurance Germany GmbH beauftragt, eine unabhängige Prüfung („limited assurance“) der CO2-Emissionen des Geschäftsjahres 2021 durchzuführen.

Dazu erklärt Frank Koch, CEO der Swiss Steel Group: „Die nachhaltige Stahlerzeugung liegt in der DNA der Swiss Steel Group, die sich nachdrücklich für die Dekarbonisierung und grünen Stahl einsetzt. Die jetzt vorliegende Prüfungserklärung der DNV Business Assurance Germany GmbH wird unser Nachhaltigkeitsrating, unsere Transparenz und unsere Glaubwürdigkeit als führendes Unternehmen im Bereich „Green Steel“ weiter verbessern und schon jetzt dazu beitragen, dass die Gruppe die neuen gesetzlichen Anforderungen an die Berichterstattung auch in Zukunft erfüllen kann.“

ZAPP-GRUPPE

Erstmals war die ZAPP-GRUPPE mit allen Unternehmensbereichen auf einer Wasserstoff-Messe vertreten. Neben der Vorstellung des gruppenweiten Portfolios aus Edelstahl, Nickel und Titan für Wasserstoffanwendungen, wollte die Unternehmensgruppe sich als Problemlöser für Themen wie Wasserstoffsicherheit positionieren. „Wasserstoff verbindet alle Bereiche“, so Thomas Domke, Sales Manager Energy & Transportation HIGH PERFORMANCE ALLOYS bei Zapp Precision Metals GmbH. Zudem gab er Einblicke in Unternehmensentwicklungen: „Derzeit entwickeln wir eigene Werkstoffe, die gegen Wasserstoffversprödung geeignet sind.“

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Catrin ist Redakteurin bei Edelstahl Aktuell. Stahl zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Berufsleben. Sie hat eine Ausbildung bei einem Großhändler für Rohr- und Rohrzubehör absolviert und in verschiedenen Funktionen bei einem Hersteller und Lieferanten von Analysegeräten für die Metallindustrie gearbeitet.