Linde Engineering unterstützt Aufrüstung des Large Hadron Collider am CERN

Der Large Hadron Collider am CERN – einer der kältesten Orte der Erde – erfordert eine Erhöhung seiner Kühlkapazität. Wie Linde Engineering aktuell bekanntgab, hat seine Tochtergesellschaft Linde Kryotechnik, einen Vertrag über die Lieferung von zwei identischen Helium-Tieftemperatur-Kälteanlagen an das CERN-Labor in Genf, Schweiz, unterzeichnet. Das Unternehmen habe bereits Anlagen geliefert, die mehr als 50 Prozent der für den LHC benötigten Kälteleistung erbringen.

Der Large Hadron Collider (LHC) ist der leistungsstärkste Teilchenbeschleuniger, der je gebaut wurde. Er ermöglicht es Physikern, Vorhersagen zu testen, die aufgrund verschiedener Theorien der Teilchenphysik getroffen wurden. Der Beschleuniger befindet sich am CERN, der Europäischen Organisation für Kernforschung, in einem 100 Meter unter der Erde gelegenen Tunnel.

„Der Large Hadron Collider des CERN ist die größte Kryoanlage der Welt“, so Lars Blum, Geschäftsführer der Linde Kryotechnik AG. „Wir beliefern das CERN seit 1986 mit hochentwickelter Kältetechnik.“

Jedes System hat eine Leistung von 3,25 Kilowatt bei 1,9 Kelvin (-271 °C), was nahe dem absoluten Nullpunkt liegt. Die Anlagen werden für eine Aufrüstung des LHC mit hoher Strahlkraft benötigt. Im LHC werden winzige Materieteilchen (Protonen) mit einer Energie von 13,6 TeV (Tera-Elektronenvolt) im Massezentrum zur Kollision gebracht, um die grundlegenden Bestandteile der Materie und die Kräfte, die sie zusammenhalten, zu untersuchen. Durch die Erhöhung der Kollisionsfrequenz um einen Faktor zwischen fünf und sieben wird der LHC mit hoher Luminosität es ermöglichen, diese Bestandteile genauer zu untersuchen.

Linde Engineering werde für jede der Anlagen ein Kompressorsystem, eine 14 Meter lange oberirdische Coldbox mit einem Durchmesser von 3,5 Metern, eine sieben Meter lange unterirdische Coldbox mit einem Durchmesser von 2,5 Metern sowie ein vakuumisoliertes Rohrleitungsnetz zur Verbindung der beiden Coldboxes liefern. In der oberirdischen Coldbox wird das Helium auf 4,5 Kelvin (-269 °C) abgekühlt und in der zweiten Coldbox etwa 90 Meter unter der Erde werden die erforderlichen 1,9 Kelvin (-271 °C) bereitgestellt. Linde Engineering werde darüber hinaus für die Installation und die endgültige Inbetriebnahme verantwortlich sein. Die Übergabe an das CERN sei für Mitte 2026 geplant.

Vorheriger ArtikelKooperation von MicroStep und IGEMS Software
Nächster ArtikelTRUMPF erweitert Auswahl an Pulverlegierungen für 3D-Druck
Catrin ist Redakteurin bei Edelstahl Aktuell. Stahl zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Berufsleben. Sie hat eine Ausbildung bei einem Großhändler für Rohr- und Rohrzubehör absolviert und in verschiedenen Funktionen bei einem Hersteller und Lieferanten von Analysegeräten für die Metallindustrie gearbeitet.