Mit dem „Cutting Assistant“ zeigt TRUMPF auf seiner Hausmesse INTECH eine Lösung, die laut Pressemitteilung die Qualität der Schnittkanten beim Laserschneiden mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) verbessert. Dafür nehme der Produktionsmitarbeiter im ersten Schritt mit einem Handscanner ein Bild von der Schnittkante seines Bauteils auf. Anschließend bewerte die Lösung die Kantenqualität anhand objektiver Kriterien wie Gratbildung. Mit diesen Informationen schlage der Optimierungsalgorithmus des Cutting Assistant Parameter für den Schneidprozess vor. Anschließend schneide die Maschine das Blech erneut. Entspreche die Qualität immer noch nicht den Erwartungen, könne der Anwender den Vorgang wiederholen. Erfahrung beim Laserschneiden sei dafür nicht erforderlich.
„Mit dem Cutting Assistant zeigt TRUMPF einmal mehr, dass wir beim Einsatz von KI in der industriellen Fertigung Vorreiter sind. Anwender lösen nicht nur den Fachkräftemangel, sondern sparen auch Zeit und Kosten. Das verschafft ihnen Produktivitäts- und Wettbewerbsvorteile“, so Produktmanagerin Louisa Peters bei TRUMPF.
Das Unternehmen biete die Lösung für alle TruLaser-Serien ab einer Leistung von 6 kW an. Wer bereits eine Maschine von TRUMPF besitze, könne den Cutting Assistant in der Regel nachrüsten.
KI bewertet Kantenqualität und mache Optimierungsvorschläge
Beim Laserschneiden hätten Anwender nach Unternehmensangaben oft Schwierigkeiten, die richtigen Parameter für ihre Materialgüten zu ermitteln. Bei Materialien, die nicht für das Laserschneiden optimiert seien, weiche die Qualität der Schnittkante oft ab und der Produktionsmitarbeiter müsse die Technologieparameter verändern. Für die Einstellung benötige er viel Zeit und Erfahrung, da er jeden einzelnen Parameter nacheinander anpassen muss. Das stelle viele Betriebe vor Herausforderungen – vor allem, wenn sie unerfahrene Arbeitskräfte in der Fertigung beschäftigten. Der Cutting Assistant sei in der Software der Maschine integriert. Daher ließen sich die optimierten Parameter nahtlos und ohne Programmieren in die Software übertragen. Das spare Zeit und verhindere Fehler.
TRUMPF will Cutting Assistant mit Anwendern weiter verbessern
Die TRUMPF-Experten hätten tausende Teile geschnitten und ihre Fachexpertise einfließen lassen, um den Cutting Assistant zu entwickeln. Mit diesem Wissen hätten sie den Algorithmus trainiert. Für TRUMPF gehe die Arbeit am Cutting Assistant weiter. So sollten künftig auch die Daten aus der Anwendung im Feld in die Lösung einfließen. Dieses Vorgehen ermögliche noch schnellere und zuverlässigere Ergebnisse, weil sich das selbstlernende System kontinuierlich verbessere. TRUMPF stelle dabei sicher, dass der Algorithmus die Expertise des Anwenders nicht verbreite. „Von diesem neuartigen Entwicklungsansatz profitieren Hersteller und Anwender gleichermaßen. Dabei hat das Thema Datensicherheit für TRUMPF höchste Priorität“, so Peters. Für die Anwender stelle TRUMPF regelmäßig Online-Updates zur Verfügung, die sie auf ihre Maschine laden könnten.