Wintershall Dea erhält erste CCS-Lizenz im Vereinigten Königreich

Wintershall Dea treibt ihre Aktivitäten zur Abtrennung und Speicherung von Kohlendioxid (Carbon Capture and Storage, CCS) in der britischen Nordsee voran. Das Unternehmen hat von der North Sea Transition Authority (NSTA) eine Lizenz zur Speicherung von CO2 unter dem Meeresboden erhalten. In einer aktuellen Pressemeldung teilte das Unternehm mit, dass das geschätzte jährliche Speicherpotenzial der Camelot-Lizenz sich insgesamt auf bis zu sechs Millionen Tonnen beläuft.

Das Unternehmen sehe den Erhalt der Lizenz als wichtigen Meilenstein für den Einstieg in das britische CCS-Geschäft und die Entwicklung Nordwesteuropas zu der wichtigsten Region für Carbon-Management-Technologien.

„Mit vier Lizenzen in drei Ländern zählt Wintershall Dea zu den führenden CCS-Akteuren in der Nordsee. Mit dem Projekt Camelot bekräftigen wir einmal mehr unser Engagement für die Erschließung von CO2-Lagerstätten in der Nordsee, um Lösungen für die Bekämpfung des Klimawandels und die Dekarbonisierung der Industrie zu liefern”, so Hugo Dijkgraaf, Mitglied des Vorstands und Chief Technology Officer bei Wintershall Dea.

Camelot-Projekt

Bei der Lizenz handelt es sich um das Camelot-Projekt, eine Kombination aus ausgeförderten Gasfeldern und einem darüber liegenden salinen Aquifer. Der Partner Synergia Energy werde in dem Projekt mit einem Anteil von 50 Prozent die Betriebsführerschaft übernehmen, Wintershall Dea hält laut Presseinformation die anderen 50 Prozent.

Der Entwicklungsplan für die Lizenz werde von Wintershall Dea Carbon Management Solutions UK erarbeitet. Das Unternehmen wurde im August 2022 gegründet, um Kohlenstoffmanagement-Projekte im britischen Teil der Nordsee zu bewerten und umzusetzen.

Wintershall Dea ist laut eigenen Angaben seit vielen Jahren als Betreiber und Partner in der britischen Nordsee aktiv und daher mit dem Untergrund in diesem Gebiet bestens vertraut. „Mit unserer umfangreichen Expertise im Untergrund und im Betrieb, die wir im Laufe der Zeit erworben haben, ist Wintershall Dea nun bestens gerüstet, zur Entwicklung von Offshore-Lagerstätten beizutragen, um dort ab 2030 CO2 zu speichern. Das ist ein großer Erfolg in einem solch wettbewerbsintensiven Umfeld”, so Matthias Pfeiffer, Country Lead CCS & Hydrogen UK bei Wintershall Dea.

Die britische Regierung hat CCS als eine der eine der wichtigsten Säulen zur Eindämmung des Klimawandels und zur Dekarbonisierung des Energiesystems sowie der energieintensiven Schwerindustrie definiert. Die NSTA hat angekündigt, in den nächsten Jahren über 100 Lizenzen auf dem britischen Kontinentalschelf zu vergeben, um das Potenzial der Offshore-Speicherung voll auszuschöpfen.

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Catrin ist Redakteurin bei Edelstahl Aktuell. Stahl zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Berufsleben. Sie hat eine Ausbildung bei einem Großhändler für Rohr- und Rohrzubehör absolviert und in verschiedenen Funktionen bei einem Hersteller und Lieferanten von Analysegeräten für die Metallindustrie gearbeitet.